Einen Tag vor der Regatta angereist blieb uns noch genug Zeit fürs Feintuning und einen ersten Testschlag. Nach Durchsicht der Meldeliste war uns schnell klar, dass an der Travemünder Woche nur hochkrätige Teams teilnehmen werden und uns eine anspruchsvolle Wettfahrtserie sichern würden. Sogar internationale Teilnehmer waren mit am Start vertreten.
Bereits am ersten Tag konnten wir bei durchaus windigen Verhältnissen unsere Stärke eindrucksvoll unter Beweis stellen. Auch auf der Ostsee bewiesen sich unser Boot und die Mannschaft als konkurrenzfähig und schnell. Gesegelt wurden am Samstag 3 Wettfahrten mit den Ergebnissen 2, 2 und 3. Lediglich der 4-fache Olympiateilnehmer für Deutschland Roland Gäbler war an diesem Tag einfach nicht zu schlagen und sicherte sich 3 erste Plätze.
Nach dem ersten Tag lag Roland Gäbler dann vor uns und Fritjof Unger auf dem 3. Platz.
Für Sonntag waren 4 Wettfahrten angesetzt und bei den gleichbleibend starken Windbedingungen sollte es auch ein anstrengender Tag werden. Mit den Ergebnissen 4, 3, 4 und 2 konnten wir unseren 2. Platz in Gesamtklassement vor Fritjof Unger weiter verteidigen und den Vorsprung auf 4 Punkte ausbauen. Dieser Tag zeigte aber, dass nicht nur auf den momentan 3. Platzierten zu achten ist, sondern auch Heiko Söhle mit dem Olympiaschiff von Beijing 2008 sehr stark bei mittleren Winden unterwegs war.
Insgesamt zeigte der Tag, dass unsere Performance bei windigen Bedingungen sehr gut war und bei mittleren winden stark konkurrenzfähig. Die wechselnden Windverhältnisse machten dabei allen Teams zu schaffen.
Montag war Sturm angesagt und Sturm ist auch gekommen. Bei ca. 22-25 Knoten startete die erste Wettfahrt pünktlich um 11 Uhr auf dem Wasser. Am Start waren nur 6 Boote vertreten, da sich einige aufgrund des vielen Windes zuerst nicht schlüssig waren, ob sie den Hafen überhaupt verlassen sollten. Diesen Lauf konnten wir für uns entscheiden. Dabei war dieser trotz der wenigeren Boote alles andere als geschenkt! Im 2. Lauf frischte der Wind weiter auf bis auf 34 Knoten. Trotz der viel zu starken Windverhältnisse um eine sinnvolle Regatta durchzuführen, lies die Wettfahrtleitung den Lauf zu. 2 Runden in Führung liegend, mussten wir an der Luvtonne kapitulieren. Bei diesen Windverhältnissen war die physikalische Grenze für unser Gewicht, die Luvtonne runden zu können, überschritten. 2 Teams zogen an uns vorbei, bis der Wind kurzfristig nachließ und auch wir das Boot auf den Vorwind drehen konnten. Auf Aufholjagd an dritter Position liegend, konnten wir nicht mehr alle Böen abwettern und der Tornado versenkte beide bugspitzen ins Wasser. Diese Vollbremsung verursachte eine leichte Drehung des Bootes, welche schlussendlich in einem Überschlag endete. Dennoch gaben wir diesen lauf (wie viele andere) deswegen nicht auf. Richteten das Boot in Rekordzeit wieder auf und schafften es beim 3. Anlauf wieder auf den Vorwind zu drehen und die letzen Meter ins Ziel zu fahren.
Am darauffolgenden Tag war das Ziel auf Verteidigung des 2. Platzes gegen das Team Unger oberste Priorität. Die ersten beiden Läufe (4. Und 3. Platz) auf Verteidigung gesegelt, hatten wir uns den 2. Platz im Gesamtklassement nach 2 Streichresultaten gesichert. Im letzten Lauf konnten wir noch mal auf Angriff segeln und uns einen weiteren 2. Platz sichern und diesen letzten Tag bei 3-4 Windstärken und super schönem Wetter erfolgreich beenden.
Bei der Siegerehrung erhielten wir den Pokal für den 2. Platz sowie die Auszeichnung als bestes Jugendteam von der Wettfahrtleitung überreicht.
Bilder: Travemünder-Woche.net
Veröffentlicht am:
11:39:23 25.07.2009
von Sebastian Moser
Letzte Aktualisierung
11:48:18 25.07.2009